Cocain

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Ältere Schreibweise: Kokain (Scene-Begriff: “Koks” oder “Schnee”). Aus den Blättern des Coca-Strauches, der vor allem in Südamerika und auf den indonesischen Inseln wächst. In den Ursprungsländern  wurden die Blätter des Coca-Strauches gekaut, um den Hunger zu vertreiben und euphorische Gefühle zu erzeugen. Das als illegale Droge verwendete kristalline Cocain-Hydrochlorid wird meist geschnupft, indem das als Linie ausgezogene Pulver (50 bis 100 mg) mit einem Rohr (Strohhalm oder aufgerollter Geldschein) in die Nasenlöcher eingezogen wird. Cocain kann jedoch auch i.v. (intravenös) injiziert (gespritzt) werden. Das Gemisch von Cocain und Heroin wird in der Scene als “Speed-Balls” bezeichnet. Physiologisch wirkt Cocain vor allem auf die Nerven, betäubt die Ganglien (Nervenverbindungen) und macht sie unempfindlich gegen Reize. Deshalb wurde es in der Medizin auch zur Lokalanästhesie (örtliche Betäubung) benutzt. Weitere körperliche Wirkungen erinnern an eine Schilddrüsenüberfunktion oder Atropin-Vergiftung, z.B. Pupillenerweiterung, Hervortreten der Augäpfel, Pulsbeschleunigung, verstärkte Darmbewegungen. Schwächere Dosen erregen das Zentralnervensystem, es kann zu typischen Cocain-Halluzinationen wie Hautkribbeln, das durch Flöhe, Spinnen oder andere kleine Tierchen hervorgerufen scheint, kommen. Bei größeren Dosen herrschen Lähmungserscheinungen vor, eine betäubende Wirkung, die sich auch auf die Schleimhäute des Magens erstreckt. Dadurch verschwinden Hunger und Durst, es kommt zu Appetitlosigkeit.  Die psychischen Wirkungen sind beim Beginn des Konsums überwiegend unangenehm, u.a. tiefe Angstzustände mit Illusionen und Halluzinationen. Erst nach längerem Gebrauch, der auch zu einer körperlichen Abhängigkeit führt, wird der Rausch als Genuß empfunden, z.B. als Steigerung des sexuellen Lustempfindens. Auffällig sind ein erhöhter Bewegungsdrang und die Neigung zu unaufhörlichem Reden (danach müssten alle Frauen ständig auf Koks sein ;)), verbunden mit stark herabgesetzter Selbstkritik (das wiederrum spricht für verkokste Männer). Nach Abklingen der Wirkung (häufig bereits nach 1 Stunde) folgt ein “starker Kater” mit abgespannten, mißmutigen und schläfrigen Gefühlen, ähnlich einer Depression. Bei Drogentodesfällen durch intravenös injiziertes Cocain wird auch eine allergische Reaktion (anaphylaktischer Schock) als maßgebliche Todesursache diskutiert. Nachweisdauer von Cocain liegt in Serum/Plasma bei ca. 4-6 h (HWZ: 42-90 Min.). In gelagerten Blutproben zersetzt es sich ohne Kühlung binnen 2 Tagen vollständig. Im Urin beträgt die Nachweisdauer mittels immunologischer Schnelltests (als Benzoylecognin) 3 bis 5 Tage nach dem letzten Konsum. Mittels Haaranalyse sind Cocain und seine Metaboliten sowie Cocaethylen bis zu 6 Monate nachzuweisen. Abwandlungen: sogenannte Speed-Balls, eine Mischung von Cocain und Heroin.

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