Schub

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Das Prinzip

Schub (=Sammeltransport) bezeichnet ein System, mit dem Gefangene von einer JVA in die andere gefahren werden. Dazu werden spezielle Busse (Volksmund “Grüne Minna”) benutzt. Es gibt einen festen Fahrplan dieser Busse zwischen den Justizvollzugsanstalten. In den Gefängnissen gibt es sogenannte Schubabteilungen. Das sind im Prinzip die Bahnhöfe innerhalb der JVA. Hier wartet man als Gefangener auf den Bus (Schub). Die Busse fahren auch nicht nonstop durch, sondern machen Zwischenstops in den Schubabteilungen anderer Gefängnisse, um Gefangene aufzunehmen und abzuliefern.

Das Problem

Schub ist für alle Gefangenen, die im Schub sind, eine, gelinde gesagt, Katastrophe. Zunächst werden sie, oft mit Ihrer gesamten Habe in Kartons, aus dem eh schon nicht so tollen Umfeld der JVA herausgerissen, in dem sie es sich gerade “gemütlich” gemacht haben. Die Schubabteilungen (Bahnhöfe) der JVAs sehen angeblich (ich berichte nicht aus eigener Erfahrung) so aus wie die echten Bahnhöfe bei uns in den 70er Jahren – die Zellen sind über-über-übervoll, schmutzig, laut. Keiner achtet auf Hygiene, weil er ja eh wieder weiterzieht. Das Volk ist bunt gemischt – in jeder Hinsicht. Die Reise im Bus verbringt der Gefangene in einer Zelle innerhalb des Busses. Jeder Gefangene sitzt also separat eingesperrt im Bus und darf durch ein Minifenster die Welt vorbeiziehen sehen. Da können Sie die Lichtstrahlen einzeln zählen. Angeblich ist es entweder saukalt oder sauwarm in den Zellen des Busses (auch das nur ein Bericht). Manchmal macht der Bus von einer zur anderen Station Zwischenhalt, manchmal einmal, manchmal mehrmals. Ab und zu muss der Gefangene umsteigen. Konsequenz: Der Schub dauert teilweise über Tage, manchmal über Wochen. Klar: In der Zeit kein Einkauf, kein Fernsehen, keine Post, kein Anwalt und Nichts von all dem, was man in der Haft an kleinen Annehmlichkeiten zu schätzen gelernt hat (Aufschluss zum Beispiel). Und wenn der Gefangene zurück in seine “alte” JVA kommt, ist auch noch die Zelle weg, er kommt mit vollkommen neuen Leuten zusammen in eine neue Zelle.

Die Lösung

…wäre Einzeltransport: Das ist wie Taxifahren, nur im grünweissen VW-Bus. Stört aber weniger, da angenehme Atmosphäre (meist nur 2 Beamte mit der Chance auf anregende Kommunikation) – Platz ohne Ende (gesamte Rückbank des VW-Busses für den Gefangenen) – grosse helle Fenster, durch die man den Mädels (und Jungs) zuzwinkern kann und sich den Träumen hingeben kann – Heizung evtl. sogar Klimaanlage je nach Bedarf – keine Wartezeiten – kurze Reisedauer – und wenn man zurück “nach Hause” (HAHA) kommt, ist das Zimmer noch vorhanden, alles an seinem Platz! Schlicht: DER PURE LUXUS ! ABER: Einzeltransport ist teuer und aufwändig für die Gefängnisse, wird also nur in Ausnahmefällen genehmigt, besonders dann, wenn Trennung angeordnet ist, wenn also das Gericht meint, man darf nicht mit anderen Mittätern zusammen kommen, um sich abzusprechen. Dann wird Trennung unddamit der Luxus des Einzeltransportes angeordnet. Gibts aber nur in U-Haft!

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